Persönliche Worte

„Es ist manchmal schwer, aus dieser Beurteilung als „Behinderte“ herauszukommen.
Ich male jetzt seit fast 20 Jahren und kann mich guten Gewissens eine professionelle Malerin nennen. Das ist angemessen.
„Künstlerin mit besonderen Erfahrungen“ trifft es wohl am besten. Genau wie ein Künstler, der sein Leben lang Probleme mit seinen Frauen hatte und dieses Wissen, das er dadurch erlangt hat, und seine Erfahrungen, die er dadurch gemacht hat, intuitiv in seinen Bildern verarbeitet. Sie sind seine Möglichkeit, den Betrachtern Wissen und Erfahrungen zu zeigen und nahe zu bringen, ohne sie beim Namen zu nennen.
Das wirkt auf einer Ebene, die erlaubt ist und von Bild empfänglichen Menschen verstanden wird, ohne Worte benutzen zu müssen, die vielleicht zu ehrlich, zu taktlos, zu direkt, zu plakativ, zu pathetisch, zu ... wären. Malerei ist eine meiner Sprachen, in der ich meine Erfahrungen – Lebenserfahrungen – transformiere und sie bewusst oder unbewusst in die Welt bringe. Andere Künstler machen das mit Musik, Skulpturen oder finden andere Ausdrucksmöglichkeiten. Rodin ist auch nie gefragt worden, ob er meint, dass die Skulpturen, die er erschaffen hat (z. B. „Der Kuss“), vielleicht mit seiner Liebe zu Camille Claudel zu tun haben könnten.

Natürlich haben meine Akte mit meiner Körperlichkeit, meinen Erfahrungen und mit meinem Verhältnis zu meinem Körper zu tun. Genauso wie meine Engelbilder mit meinem Wissen und meiner Spiritualität zu tun haben. Und meine Stillleben mit allen Themen meines Lebens. Das sieht man und das ist auffallend an den Titeln: “Die Dominanz“, „Die 4 Voyeure“, „Der Mann der aus meinem Bild geht“, „Die Frauen kaufen sich rote Kleider und verlassen ihre Männer“, ...
Nur der Betrachter kann erzählen, was ich gemalt habe und wünsche ihm von Herzen tiefe Berührung und intensives Empfinden.

Jacqueline Janke, Januar 2012

 

 

Warum Engel?

Es hat sich einfach so entwickelt. Nie habe ich mir vorgenommen: "So, und jetzt male ich Engel." Genau wie meine Akte sich aus meinen Stillleben herauskristallisiert haben, hat sich bei mir das Thema Engel ergeben, das mir seit 2006 sehr am Herzen liegt.
Für mich als Künstlerin vereint sich alles in den Engelbildern, was ich bisher in der Malerei gelernt habe: Der Körper aus der Aktmalerei, der Faltenwurf aus dem Stillleben und aus beidem natürlich die Komposition, die Farbgebung, die Technik, ...

Für einige Betrachter sind die Botschaften in den Engelbildern leichter zu empfinden, was in erster Linie an dem Motiv selbst liegt – es erreicht die Herzen der Menschen auf einer anderen, tieferen Ebene.
Mir ist es ein Bedürfnis, mich und das, was ich zu sagen habe, durch dieses Thema in meiner Malerei auszudrücken.